

Das kann ich gar nicht genau sagen, aber sicherlich spielte meine Faszination für Luxushotels eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Geschichte. Ich schaue mir diese Häuser gerne an und träume davon, einmal Gast in einem Grandhotel zu sein und dort etwas Außergewöhnliches zu erleben, was mein Leben auf den Kopf stellt. Wäre doch schön.
In Eine Nacht im Ritz geht es gleichermaßen um Männer und Frauen und ihre Angst vor der Liebe, Angst vor den eigenen Gefühlen und den Gefühlen des anderen, Angst, sich zu öffnen und einen anderen Menschen am eigenen Leben teilhaben zu lassen.
Die meisten von uns kennen diese Gefühle und werden sich deshalb in diesem Roman wiederfinden. Trotzdem ist Eine Nacht im Ritz keine traurige oder schwermütige Geschichte, ganz im Gegenteil. Komische Verwicklungen und Missverständnisse sind an der Tagesordnung, da meine beiden Hauptfiguren Lotte und Michael eine ganze Weile brauchen, bis sie dem anderen gegenüber ehrlich sein können.
Diese Frage habe ich mir beim Schreiben des Buches auch immer wieder gestellt. Und deshalb wollte ich eine etwas andere Liebesgeschichte erzählen. Eine Liebesgeschichte, in der das Verliebtsein nicht glorifiziert wird, sondern schwierig und voller Überraschungen ist. Aber das ist ja auch spannend.
Berlin ist die Stadt, die ich am besten kenne, weil ich hier seit über zwanzig Jahren lebe, und zwar sehr gerne. Ich liebe Berlin, weil es eine Stadt mit Herz ist, eine Stadt, die sich ständig verändert. Berlin ist groß, unübersichtlich, ein bisschen chaotisch, schön und hässlich zugleich. Berlin ist ständig in Bewegung und ständig pleite. Berlin ist eine Stadt für Individualisten und Einzelkämpfer. Ein Ort für Menschen, die keinen fertigen Lebensentwurf im Kopf haben, wie meine beiden Protagonisten. Das ist vielleicht der Vorteil einer Großstadt: Hier kann man sich immer wieder neu erfinden.
Ich habe mich für das Ritz entschieden, weil es ein Hotel mit Geschichte ist. Das Ritz am Potsdamer Platz ist von außen ein sehr modernes, 18-stöckiges Gebäude. Aber wenn man es betritt, taucht man in eine andere Welt ein, nämlich die Welt eines Grandhotels aus den zwanziger Jahren. Ein wunderbares Ambiente für eine Liebesgeschichte.